Aus aktuellem Anlass möchte der Schweinegesundheitsdienst der Thüringer Tierseuchenkasse die Thüringer Schweinehalter auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Gefahr eines möglichen Viruseintrages hinweisen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Virusinfektion, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Das Virus unterscheidet sich grundsätzlich von dem der Klassischen Schweinepest (KSP, ESP) und es wird in absehbarer Zeit kein Impfstoff zur Verfügung stehen. Daher wird im Falle eines Ausbruchs die Bekämpfung im Hausschweinebereich nach Tierseuchenrecht durch Keulung der betroffenen Tiere erfolgen. Ein Ausbruch in Deutschland wäre für die schweinehaltenden Betriebe sowie das schweinefleischproduzierende Gewerbe wirtschaftlich mit größten Einbußen verbunden.

ASP ist keine Zoonose und daher für den Menschen ungefährlich. Aber der Mensch kann indirekt oder direkt als Vektor fungieren!

Im Jahre 2007 wurde das ASP-Virus (ASPV) aus Afrika nach Georgien eingeschleppt und hat sich seither über mehrere Transkaukasische Länder nach Russland, Weißrussland und die Ukraine ausgebreitet. Seit Anfang 2014 sind auch die baltischen EU-Mitgliedstaaten und Polen von der ASP betroffen. Derzeit gibt es ausschließlich Meldungen über Fälle bei Wildschweinen; in Litauen, Lettland und Polen gab es jedoch auch Ausbrüche bei Hausschweinen. Am 27.Juni 2017 meldete die Tschechische Republik erste Fälle von ASP bei Wildschweinen in der Region Zlín, Grenzregion zur Slowakei. Dies ist ein Sprung von mehr als 300 Kilometern! Kurz danach trat die ASP in vier Kleinstbetrieben in Rumänien an der Grenze zu Ungarn auf.

Deshalb wurde das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch das Friedrich-Loeffler-Institut neu bewertet. Demnach wird die Gefahr einer Einschleppung durch den Jagdtourismus und das Mitbringen von Jagdtrophäen aus betroffenen Regionen, sowie durch direkten Kontakt zwischen infizierten Wildschweinen als mäßig eingeschätzt. Das Risiko durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material wird hingegen wie auch die Gefahr des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang des Fernstraßennetzes durch Fahrzeuge oder Personen im Sinne eines „worst case scenario“ als hoch bewertet.

Es ist daher für alle Schweinehalter dringend geboten, ihre Biosicherheitsmaßnahmen hinsichtlich eines möglichen Eintrages aktuell zu überprüfen und zu intensivieren.

[Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut ]

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